MICHAEL LÖSEL . Wort, Spiel und Musik
Responsives Bild
Poetisches Theater und musikalisches Spiel

„Poetisches Theater“ ist von Bildern durchwoben. Die Schauspieler sprechen immer auch metaphorisch. Die Bezüge und Konnotationen der Rollentexte werden durch die aktuelle Umgebung vorgegeben. Dabei muss es sich nicht um den Raum eines Museums handeln. Es kann auch ein geschichtlicher Raum sein, ein Arbeitsraum. Oder es ist ein thematischer Topos. Und das poetische Theater kann auch alleine oder als Duo inszeniert und vom duo:wort|bruch vorgetragen werden.

In „Wolfsmilch“ bilden die Erzählungen und Romane Wolf Klaußners den imaginären und imaginierten Ort ab. In diesem Stück gibt es nur ein Bühnenbild. Die jeweiligen Szenen werden nur durch das Sprechen der drei Akteure und ein wenig Bühnentechnik in ein anderes Licht getaucht – mal kalt, mal warm.

„Bukowskis letzter Schnitt“: Geben Holger Trautmann und Michael Lösel Beispiele und Anspielungen von und zu seinen Storys und Gedichten: So könnte Scheherazade gesagt haben, dass Gedichte Kratzspuren auf dem Boden des Käfigs sind, bevor sie ihren Kanarienvogel fliegen ließ. Doch den Satz hat der schräge Vogel Bukowski nachts selbst formuliert, bevor er sich morgens zu einem seiner Drecksjobs schleppte. - Absturzgeschichten und Durchhalteparolen von einem der wusste was er tat, zeigen die melancholische Seite des gleichermaßen beklatschten wie geschmähten Autors, feiern aber auch seinen geistreichen Humor - musikalisch begleitet.

Norbert Authenried und Michael Lösel begegnen sich zuweilen auf der Bühne. Unter anderem wenn es zur Sache geht. In ihrem Programm „Reißwolf und Papiertiger“, mit Gedichten von Sachen, Tieren und Menschen zur Gitarre, gehen sie der Sache auf den Grund. Etwa: wie der Mensch zum Tier werden kann. Eine Fabel besteht ja bekanntlich nicht darin, dass Menschen zum Tier gemacht werden, sondern darin, dass das Tierische im Menschen den Tieren als Menschlichkeit angedichtet wird. Eine komisch vertrackte Sache das Ganze, der in Text-Musik-Korrespondenz nachgespürt wird.

Manchmal alleine spricht er moderne melancholische Balladen auf einer Kleinkunstbühne. Erzählt Kneipenballaden unter dem Titel „Herbstwein“ oder übersetzt für besinnliche und optimistische Pessimisten an trüben Novemberabenden das Gedicht „Dunkel war's“. Oder er erzählt von seiner Muse, von „Traum und Wirklichkeit“, und trägt einen poetischen Essay in dunklen Gewölben vor. Manchmal aber hält er auch eine Laudatio bei einer Vernissage. Meistens ist die Gitarre dabei, auch wenn er sie manchmal nur als Tisch benutzt.