MICHAEL LÖSEL · Wort, Spiel und Musik
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Folgende Autoren und Darsteller arbeiten derzeit an den Programmen für die Museen:

Michael Lösel hat das Projekt Mus[e]en-Lesung vor fünf Jahren zum Leben erweckt. Vielleicht rührt seine Liebe zur gespro­chenen Metapher daher, weil er als Kind erst spät spre­chen lernte. Aber das ist nur eine der kurzen vieldeutigen Geschichten, in die er Geschichte über­trägt, und die er auch als Sprechchansonnier und Gitarrist erzählt. Als spre­chender Autor sucht er die Bühne, die Nähe des Pu­bli­kums, die Berührung, die sich erst nach dem letzten Zeilen­umbruch einer Kurzge­schichte er­eignet oder im wort|bruch eines Gedichts.



Susanne Rudloff steht seit 2007 auf der Bühne, nachdem sie sich lange genug hinter Büchern, dem Internet und dem Leben versteckt hatte. Ob Theater, Poetry Slam, Moderationen, Lesungen oder Musik, nichts ist ihr fremd und nichts genug. Immer auf der Suche nach neuen Wegen, dem Publikum Literatur ganz nah zu bringen, brennt in ihr die Sehnsucht nach dem Geheimnis der Sprache, dem sie Text um Text, Auftritt um Auftritt näher kommen möchte – in der festen Überzeu­gung, die Welt beginne erst hinter den Wörtern.



Holger Trautmann, der nicht nur mit Kinderbuch­klassikern, sondern auch mit einer bedenklichen Menge an Schundliteratur sozialisiert wurde, kennt sie alle: Die alten Helden und die neuen, die gescheiterten und die gefeierten. Er erzählt ihre Geschichten nach oder neu, lockt sie hinter dem Ofen hervor und direkt hinein in die Fantasie des Hörers. Er lässt Bilder entstehen, wo andere nur Worte vermuten. Sein Spektrum reicht von der Antike, über das gar nicht so finstere Mittelalter und die Tiefen der Romantik hinein ins hier und jetzt.



Ob Vincent E. Noel ein Masochist sei, kann er selbst nicht beantworten. Es ist ihm ein Rätsel, was ihn jeden Tag zum Stift greifen lässt. Wollte er nicht Musiker werden und sich mit David Bowie auf Augenhöhe treffen? – Heute folgt er in seinen Büchern dem, was Jon Fosse den dunklen Weg zum Licht nennt. Seine Arbeit sieht er weniger als Autor denn als ein Dol­metscher von Bildern in Satzteile. Und wenn Noel nicht am Schreib­tisch sitzt, übersetzt er für Museums­be­su­cher die Welt der Wahrnehmung in die ma­gi­sche deutsche Sprache.



Günter Körner ist ein Quereinsteiger. Ausge­bildet in Naturwissen­schaften, Mathematik und Medizin, bewegt er sich frei durch die Botanik und be­strei­tet seinen Lebens­unterhalt als Zahnarzt. Zur Literatur gelangte er über den Irrhain des Pegne­sischen Blumenordens, den er in der Funktion des Vize­präses mit gestaltet. Zusätzlich bringt er sich in das Museumstheater ein, indem er das Ausgestellte aus seinem Blickwinkel untersucht. Dabei ent­ste­hen schrullige Dar­stel­lungen, die den Zuhörern Pausen der Heiterkeit verschaffen.



Bettina von Minnigerode, Autorin und engagierte Interpretin von Ge­schichten, kennt die Theaterarbeit seit langem – als Zuschauerin vor der Büh­ne und als Helferin hinter der Büh­ne. Auf der Büh­ne steht sie erst, seitdem sie beim poetischen Theater mitarbeitet. Die Neugier darauf, wie die Texte, die dramatische und poetische Formen verbinden, im Kollektiv er­ar­bei­tet und auf der Bühne um­ge­setzt werden, führte sie zur Gruppe der Bühnenpoeten, wo sie für „Heimat & andere Déjà-vus“ bereits an mehreren Szenen und Rollen mitgeschrieben hat.



Elisabeth Trautmann schnupperte bereits in jungen Jahren Bühnenluft, sodass ein Studium der Theater- und Musik­wis­sen­schaft nur kon­se­quent schien. Während des Studiums entdeckte sie ihre Liebe zur chi­ne­si­schen Kultur. Niemand konnte ahnen, dass aus einem kurzen China-Aufenthalt drei Jahre werden sollten, in denen sie als Lektorin der Robert Bosch Stiftung auch theatrale Projekte or­ga­nisierte. Das Projekt Muse[e]n­lesung gestattet es ihr, nicht nur in die Heimat sondern auch zu ihren Bühnenwurzeln zurückzukehren.



Faszinierend findet Djamila Nour, dass über die dra­mati­sche Darstellung so viel transportiert werden kann. Dies ist auch einer der Gründe, weswegen sie sich für eine Rolle beim poetischen Theater beworben hat. Sie hat Linguis­tik, Mediävistik und Nordische Philologie studiert und lernt das Thea­ter nun zum ersten Mal aus der Pers­pek­tive der Dar­steller kennen. Und „es ist spannend“, wie sie sagt, „zu sehen wie die Bühnen­poeten kollektiv ihre Stücke und Rollen entwickeln, und diskutieren, was letzt­end­lich auf der Bühne gesprochen wird“.



Silvia Ferstl hat sich dem Theater verschrieben. Nach der Schau­spiel­ausbil­dung in Köln und anschließenden Auslands­aufent­halten, kehrte sie zurück nach Franken. Bereits seit zehn Jahren steht die selb­ständige Schau­spieler­in jetzt auf den Theater­brettern des Frei­land­museums Bad Windsheim. Ihre Neu­gierde führte sie nun zum poe­tischen Theater in den Nürn­berger Museen. Hier entlockt sie den Leit­fossilien und Interieurs bislang verborgene Bedeu­tungen. Ihr Spiel verleiht Dingen und Begriffen eine Stimme die deren Geschichte erzählt.



BühnenpoetVita



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